Die DIN ISO 23601 ist in mehr als 165 Mitgliedsländern der ISO gültig und vereinheitlicht seit mehreren Jahren den Inhalt und die Gestaltung von Flucht- und Rettungsplänen. Die internationale Vereinheitlichung soll die Verständlichkeit des Planes fördern, der im Ernstfall eine wichtige Orientierungshilfe darstellt. Erfahren Sie hier mehr zu den Vorgaben der Norm, sowie das richtige Anbringen der fertigen Pläne. Benötigen Sie einen Flucht- und Rettungsplan nach DIN ISO 23601 in Österreich, hilft Ihnen außerdem das Team von Brandschutz Checkup auf budgetfreundliche und kompetente Art und Weise weiter.
Dazu dient der Flucht- und Rettungsplan nach DIN ISO 23601 in Österreich
Auch in Österreich dient der Flucht- und Rettungsplan nach DIN ISO 23601 der erleichterten Selbstrettung. Er soll es vor allem ortsfremden Menschen ermöglichen, auf einen Blick alle wesentlichen Fluchtmöglichkeiten auszumachen. Auf diese Weise sollen sich Besucher selbstständig in Sicherheit bringen können – ohne die Hilfe der Rettung. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass der Plan alle zur Evakuierung und Ersten Hilfe relevanten Informationen enthält. Auch die Übersichtlichkeit und Lesbarkeit des Planes müssen durch den Ersteller gewährleistet werden, damit alle Betrachter die Informationen auf nur einen Blick verinnerlichen können. Hier setzt die Norm DIN 23601 mit Vorschriften zur Gestaltung und dem Informationsgehalt an.
Exkurs: Die DIN 23601 als Ersatz der DIN 4844-3 und ÖNORM Z1000
Die DIN ISO 23601 trat 2010 in Kraft. Sie wurde anhand internationaler ISO-Vorgaben vom Deutschen Institut für Normung e.V. errichtet und bereits mehrfach ajouriert. Ihr Ziel besteht darin, die Verständlichkeit von Flucht- und Rettungsplänen grenzüberschreitend zu gewährleisten – da in allen Mitgliedstaaten bei der Planerstellung auf die ISO-Vorgaben zurückgegriffen wird. So sollen sich auch ortsunkundige Personen, Besucher aus anderen Ländern oder Geschäftsreisende im Gefahrenfall in weitläufigen Gebäuden zügig zurechtfinden und in Sicherheit bringen können.
Die Norm ersetzt seit ihrem Inkrafttreten – zusammen mit der DIN ISO 7010 – die zuvor gültige DIN 4844-3, die die Gestaltung von Flucht- und Rettungsplänen in Deutschland und Österreich lediglich auf nationaler Ebene vereinheitlichte. Mit der DIN ISO 7010, die alle relevanten Sicherheitszeichen festlegt, wird außerdem die ÖNORM Z1000 abgelöst.
Fest steht: Damit fällt die Flucht- und Rettungsplan Gestaltung nach DIN ISO 23601 in Österreich, der Schweiz und Deutschland ident aus. Lediglich Hinweistexte müssen an die jeweiligen nationalen Gegebenheiten angepasst werden – beispielsweise die Notrufnummern für Feuerwehr und Rettung.
Die DIN ISO 23601 Vorgaben: Alle Vorschriften der Norm im Blick
In Österreich haben Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass Beschäftigte die Arbeitsstätte im Gefahrenfall schnell verlassen können. Daher werden nicht nur diverse Anforderungen an die Fluchtwege selbst gestellt, sondern auch die sogenannten Fluchtweg-Orientierungspläne. So ist bei der Planerstellung unter anderem Folgendes zu berücksichtigen:
- Die Mindestgröße von DIN A3 (DIN A4 ist nur für die Anbringung in Einzelzimmern zulässig)
- Alle Pläne des Objektes müssen einheitlich gestaltet sein
- Eine Schriftgröße von mindestens 2mm ist einzuhalten
- Sicherheitssymbole müssen mindestens 7mm groß gewählt werden
- Die Pläne sind farbig auf weißem Hintergrund zu gestalten
- Der Fluchtweg-Orientierungsplan muss sich aus einem Übersichtsplan, Geschoßplan und Objektinformationen zusammensetzen
- Im Übersichtsplan sind unter anderem benachbarte Gebäude, der jeweilige Gebäudeabschnitt der Arbeitsstätte, Gehsteige und angrenzende Verkehrswege zu markieren – besonders hervorzuheben ist allerdings die Sammelstelle im Freien
- Im Geschoßplan wird auf Hilfsmittel in der Etage eingegangen, sowie den Fluchtweg und Verhaltensregeln im Not- und Brandfall
- Der Standort des Betrachters muss gekennzeichnet werden – zudem ist der Flucht- und Rettungsplan nach DIN ISO 23601 in Österreich der Blickrichtung des Betrachters entsprechend auszurichten
- Es ist eine Legende zu den verwendeten Symbolen anzufertigen
- Die Nutzungsart der einzelnen Räume kann genannt werden, sofern dies die Übersichtlichkeit nicht beeinträchtigt
- Muss ein Übersichtsplan untergebracht werden, darf dieser maximal zehn Prozent der Fläche des Flucht- und Rettungsplanes entsprechen
Auch bauliche Anlagen wie das Stiegenhaus oder Aufzüge müssen im Flucht- und Rettungsplan nach DIN ISO 23601 in Österreich dargestellt werden. Führt ein vertikaler Fluchtweg über das Stiegenhaus, ist auch dieses in hellem Grün zu markieren. Fahrsteige oder Aufzüge hingegen dürfen laut österreichischer Arbeitsinspektion keinen Teil des Fluchtweges darstellen.
Auch zum Ajourieren hält die DIN Norm Anforderungen bereit
Die DIN ISO 23601 gibt unter anderem auch vor, dass Flucht- und Rettungspläne nach Ablauf von maximal zwei Jahren auf ihre Aktualität hin überprüft werden müssen. Dies sollte möglichst durch eine fachkundige Person wie den Brandschutzhelfer oder Brandschutzbeauftragten vorgenommen werden (Letztere müssen in Österreich eine mindestens 16-stündige Ausbildung nach Richtlinien der Feuerwehrverbände absolvieren). Der Fluchtweg-Orientierungsplan muss möglichst sofort aktualisiert werden, wenn:
- Bauliche Änderungen in der Arbeitsstätte vorgenommen wurden
- Bauliche Änderungen oder eine veränderte Organisation der Arbeitsstätte den Verlauf des Fluchtweges beeinflusst
- Notausgänge oder Notausstiege neu angeordnet wurden
- Hilfsmittel zur Brandlöschung, Alarmierung oder Ersten Hilfe einen anderen Standort erhalten haben
- Die Verhaltensregeln verändert werden müssen
Je schneller die Aktualisierung des Flucht- und Rettungsplanes erfolgt, desto besser kann Missverständnissen vorgebeugt werden. Insbesondere ortsunkundige Besucher werden durch falsche Angaben leicht in die Irre geführt, was die Selbstrettung behindert. Kurzum: Nicht aktualisierte Fluchtweg-Orientierungspläne können eine Gefahr für die Sicherheit in der Arbeitsstätte befindlicher Personen darstellen.
Wo ist der Fluchtweg-Orientierungsplan unterzubringen?
Wurde der Flucht- und Rettungsplan nach DIN 23601 in Österreich fertiggestellt, muss dieser dauerhaft an einer geeigneten Stelle untergebracht werden. Mit einer geeigneten Stelle ist ein Ort in der Arbeitsstätte gemeint, in dem viele Personen verkehren. Dabei kann es sich um einen Versammlungsort wie Konferenzräume oder Cafeterias handeln, oder auch um Eingangs- und Wartebereiche. Es macht zudem Sinn, den Fluchtweg-Orientierungsplan gegenüber von Aufzügen und Treppenhäusern anzubringen. Dabei ist darauf zu achten, dass sich der Plan deutlich von seiner Umgebung abhebt. Er sollte also nicht am schwarzen Brett unter anderen Aushängen verborgen werden. Die Befestigung sollte dauerhaft erfolgen und so gewählt werden, dass eine Beschädigung, Verschmutzung oder Entwendung des Planes vermieden werden kann. Die Wahl eines geeigneten Rahmens kann zudem dafür sorgen, dass der Plan im Falle eines Brandes möglichst lange vor Flammen und Rauch geschützt wird.
